In Gedanken versunken!

Es gibt Menschen, die setzten sich Kopfhörer auf und hören eine alte Schallplatte oder CD. Das ist Ihre Art dem täglichen Stress zu empfliehen. Ich habe da eine ganz andere Therapie. Ich greife zu meinen Golfschlägern, ziehe mir den weißen Handschuh an und bewege mich in Richtung Tee 1. Dann greife ich zu Driver, Tee und Ball und bewege mich in die Tee Box, wie man auf der Tour so gerne sagt. OK in unserem Club ist das nicht gerade eine Box, aber trotzdem hat man das Gefühl man hat alles vor sich liegen. In dem Moment wo ich das weiße Kunststofftee in den Boden „gerammt“ habe und den Ball in Richtung „Ziel“ ausgerichtet habe, fällt alles andere ab. Natürlich funktioniert es nicht immer, aber spätestens nach 2 gespielten Löchern ist der Kopf freigepustet. Das kann natürlich auch daran liegen, das auf unseren Golfbahnen oft ein netter Wind weht. Ab und zu hat man das Gefühl, man spielt auf einen Linksplatz, wie sie z.B. die schottische Küste säumen.

Warum das so klappt, da habe ich meine eigenen Theorie. Da man sich über jeden schlechten Golfschlag selbst am meisten ärgert und es auch zu 95% an einem selbst liegt, wenn man einen Ball, z.B. im Grünbunker versenkt, ist man schnell im Klaren. Im Klaren darüber, das man nicht bei der Sache ist. Irgendwer hat mal behauptet das Golf im Kopf entschieden wird und dem kann ich nur zustimmen. Klar sollte man auch Golf spielen können, aber was bedeutete das schon? Für mich ist es eine Sportart, in der ich nur einen Gegner habe – MICH!

Weder Greenkeeper, Golfball, Wetterbedingungen noch das sonstige „Werkzeug“ was man im Bag mit sich rumschleppt entscheiden über „Sieg oder Niederlage“. Nur ich selbst entscheide über einen guten Golfschlag, und der kann nur dann gelingen, wenn ich zu 100% dabei bin.

Als ich mit dem Sport angefangen habe und ein HCP 54 mein eigen nannte, habe ich mal folgende Worte über mein Spiel geschrieben:

Golf, wie ich es zur Zeit betreibe, ist zu 1 % Talent
29 % Fleiß
10 % Gefährdung von Mensch, Tier und Natur
17 % Verzweiflung
16 % Glück
1 % Genialität
7 % Wahnsinn
19 % zwangsläufige Naturerkundung
Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, das sich der Prozentsatz bei der Genialität in die richtige Richtung bewegt!

Nach gut 18 Monaten Platzreife bewegt sich mein HCP bei ca. 25 und die Prozentangaben haben sich etwas verändert. Die Naturerkundung kommt zwar immer mal wieder vor, ist aber seltener geworden. Das Geniale fehlt mir immer noch, die Verzweiflung ist fast komplett weg, genauso wie die oben erwähnte Gefährdung und der Golfsport ist ein VIRUS!

Es ist ein tolles Gefühl wenn man auf einem Par 5 beim zweiten Schlag zum Fairwayholz greift und mit der Gelassenheit ran gehen kann, das wird ein toller Ball werden und mit dem 3. bin ich dann auf dem Grün. Auch wenn es dann der 4 Schlag wird, der den Ball in die Nähe der Fahne bringt, dann bin ich happy. Irgendwas zwischen 90 und 100 Schläge brauche ich für 18 Löcher und bei jedem, egal wie kurz der Weg zum Loch auch ist. muss ich mich konzentrieren. Ich muss mir immer und immer wieder ins Gedächnis „rufen“, was ich gelernt habe. Da haben andere Gedanke überhaupt keinen Platz. Der eine schaltet schneller in den „Golf-Modus“, der andere, so wie ich braucht ein paar Schläge mehr. Aber wenn der „Golf-Modus“ dann angelaufen ist, dann gibt es nur noch den eigenen Flight.

Wallgang_de_s_w_bild_03Ich kann nur jedem Menschen empfehlen, diesen Sport einmal auszuprobieren und für alle die bisher gedacht haben, das ist eine Sportart für elitäre Menschen, dem kann ich nur eines sagen: „Wenn Dich der „Golfvirus“ gepackt hat, dann möchtest Du ihn nicht mehr los werden!“ Elitäre ist er nur dann, wenn man auch vorher der Meinung ist man sei elitär! Eine Sache haben fast alle Golfer gemeinsam – die Ausreden! Aber es gibt welche, die meinen das ernst und andere lächeln dabei! Die mit dem Lächeln auf dem Gesicht, sind mir die Liebsten!

Golf ist gleich -> mit vollster Konzentration einen kleinen, meist weißen Ball, mit so wenig Schlägen wie möglich, im Loch unterzubringen!

Nicht mehr und nicht weniger.

Das Problem ist nur, das man das 18 mal pro Runde versucht und sich das eine oder andere mal das Loch sträubt, den Ball „aufzunehmen“! 😉 In diesem Sinne wünsche ich allen ein „schönes Spiel“! Natürlich freue ich mich über Eure Gedanken zum Golfsport – jeder Kommentar ist willkommen!

Euer Stephan

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2 Kommentare zu “In Gedanken versunken!

  1. sehe das ähnlich. golf macht frei. im kopf. meditation oder spiel? bin mir nicht ganz sicher. – vergiss „genialität“. arbeite an „fleiß“ und gegen „verzweiflung“. der rest ist schweiß.

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