US Open stehen an und …

… drei deutschen Golfern starten bei den US Open. In die Weltklasse musste Stephan Jäger sich jedoch erst mühsam hocharbeiten. Ein ganzes Jahr wich er sogar auf die Südamerika-Tour aus.

Chambers Bay, am Puget Sound des Staates Washington gelegen, ist einer jener Golfplätze, in die man sich auf Anhieb verliebt. Eine wilde Ansammlung von künstlich geschaffenen Dünen, durch die sich die 18 Bahnen ziehen, auf denen am Donnerstag die US Open starten. Die hohen Gräser stehen hellbraun im Wind, der Blick reicht auf vorgelagerte Inselgruppen im Wasser, ein paar Schiffchen treiben dahin. Die Szenerie erinnert ein wenig an schottisches Küstengolf. Wenn Stephan Jäger am Donnerstagmorgen, 7.22 Uhr, am zehnten Abschlag seine Runde mit Timothy O’Neal aus Savannah und dem Australier Kurt Barnes beginnt, trifft ein Major-Neuling auf diesen außergewöhnlichen Platz. Jäger ist 26 Jahre alt, er lebt seit fast zehn Jahren in Chattanooga/Tennessee, aber im Golfclub München-Eichenried werden sie in dieser Woche jeden seiner Schläge zumindest im Internet verfolgen. Jäger hat dort mit dem Golfen begonnen, Clubtrainer Ken Williams ist noch heute sein Coach. Der Teenager Stephan war kein Ausnahmespieler während seiner Jugend, aber ein sehr guter Golfer, der 2006 auf ein College in Chattanooga wechselte.

Bei den US Open ist er neben Titelverteidiger Martin Kaymer und Marcel Siem der dritte Deutsche am Start, weil er sich über die Vorqualifikation ins Feld spielen konnte. Im Weltklassefeld ist er ein Neuling. „Als ich 2011 bei den BMW International Open als Amateur an den ersten Abschlag gekommen bin, war die Nervosität unglaublich – ich denke, diese Woche wird sich in der gleichen Kategorie bewegen“, ahnt er bereits. Das große Umfeld eines Profiturniers hat ihn damals als Amateur schier erschlagen, „jetzt kenne ich mich mit dem ganzen logistischen Kram ja schon viel besser aus“, gibt er sich optimistisch.

Jäger geht in Sachen Profigolf die harte Tour: „Ich hatte es mir ja nicht so mühsam vorgestellt“, kommentiert er seinen Beruf. „Aber diese Jordan Spieths gibt es eben nur ganz, ganz selten.“ US-Masters-Champion Spieth ist gerade einmal 21 Jahre alt. Von Jäger trennen ihn längst Welten. Während der Deutsche auf der Web.com-Tour in dieser Saison bis dato 33.562 US-Dollar erspielt hat, verbuchte der Texaner bereits über sechs Millionen US-Dollar. Während Jäger die US Open als das Highlight seiner bisherigen Karriere betrachten dürfte, geht es bei Spieth um den nächsten Major-Sieg. Er ist das Supertalent – Jäger der klassische Durchschnitts-Pro, der hartnäckig versucht, seinen Weg auf die US PGA Tour zu finden.

Ein Gastspiel in Europa ist dabei keine Option: „Hier sind die Spielbedingungen und das Wetter besser“, hat er erkannt. Nein, nach Deutschland will er nicht zurück. Als es 2014 nicht für eine Tourkarte auf der Web.com-Tour reichte, spielte Jäger auf der PGA Tour Latinoamerica, tingelte durch Peru, Chile, Kolumbien und Argentinien. „Ich habe das Jahr in Südamerika sehr genossen“, sagt er. 13.284 Dollar hat er gewonnen. „Millionär bin ich noch nicht“, sagt Jäger mit einem Lachen. „Aber auf der Straße lebe ich auch noch nicht.“ (Quelle: Die Welt)

Euer Stephan

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