Open d’Italia im Golf Club Milano – Rückblick

Die Open d’Italia kehrt zum ersten Mal seit 1990 in den Golf Club Milano zurück. Dort erwartet die Spieler ein kniffliger Par-72-Kurs, dessen Fairways mit zahlreichen Bäumen umsäumt sind. Hohe Genauigkeit vom Tee ist hier also gefragt. Das wohl interessanteste Loch des Platzes ist die 14, ein um die 460 Meter langes Par 5 mit einem Dog-Leg rechts. Die Landezone ist mit zwei geschickt platzierten Bunkern geschützt, trifft man jedoch das Fairway, sind Eagles keine Seltenheit. Vor allem die Longhitter haben hier nur noch ein Eisen ins Grün. Zu einem Zeitpunkt der Finalrunde teilten sich plötzlich acht Spieler die Führung. Mit dabei: Martin Kaymer. Martin ging in der letzten Gruppe in den Finaltag und konnte sich früh vom Feld absetzen. Vier Birdies spielte er auf den Front Nine und schien alles im Griff zu haben. Doch wie bereits in Abu Dhabi Anfang des Jahres, verlor Kaymer etwas die Kontrolle über sein ansonsten so solides Spiel.

Drei Bogeys notierte er auf den ersten fünf Löchern der hinteren Neun. Der fünfte Schlaggewinn des Tages auf dem Par 5 der 16 wendete den Negativtrend aber ab und Kaymer hätte sich mit einem Birdie auf der 18 die alleinige Führung zurückholen können. Es reichte jedoch nur zum Par und so ging es nach einer 70 (-2) in Runde vier ins Stechen mit dem Schweden Rikard Karlberg, der bereits einige Minuten zuvor mit dem Gesamtergebnis von -19 ins Clubhaus kam.

Mit dem Cart ging es zurück auf die 18, dem ersten Extraloch. Sowohl Kaymer als auch Karlberg, der bis zu dieser Woche noch keinen Titel auf der European Tour holen konnte, gingen mit einer Bilanz von vier Pars auf das abschließende Par 4, das sich die Woche über als neuntschwerstes Loch des Golf Club Milano spielte. Nach einem Par der Nummer 247 der Welt, hatte Kaymer erneut einen Putt zum Sieg, vergab jedoch und so ging es erneut zurück zum 18. Abschlag. Am zweiten Extraloch fiel dann die Entscheidung. Karlberg versenkte seinen Birdie-Putt aus 4,5 Metern und stand damit als Sieger der Open d’Italia fest. „Ich konnte nicht auf einen Fehler von ihm warten, sondern ich musste ein Birdie spielen“, so der 28-Jährige, der 250.000 Euro für den Titel erhielt. „Es gegen Kaymer geschafft zu haben, ist unglaublich.“ Schon bald gibt es für den kürzlich zurück nach Schweden gezogenen Karlberg einen weiteren Grund zu feiern: Seine Partnerin erwartet Zwillinge.

Wie schlugen sich die anderen Deutschen in Italien?

Florian Fritsch konnte am Finaltag der Open d’Italia nochmal richtig Boden gutmachen. Mit nur 65 Schlägen zum Abschluss verbesserte er sich um 35 Ränge auf dem Leaderboard und sicherte sich so seine dritte Top-25-Platzierung der Saison. „Als geteilter 60. brauche ich auch nicht groß daran denken, irgendeinen Score abzusichern, sondern kann frei nach vorne spielen“, schrieb Fritsch noch am Samstag. Eine Runde, wie Martin Kaymer sie an Tag drei ablieferte, wollte er spielen, und in der Tat brachte er am Ende das selbe Ergebnis wie sein Landsmann ins Clubhaus. Bernd Ritthammer, der dritte Deutsche im Feld, hatte zuvor den Cut verpasst.

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