European – und PGA Tour an diesem Tag

Ich hatte ja schon vom ersten Tag der True Thailand Classic und den Valspar Championship berichtet. Bei dem Turnier auf der European Tour in Asien verpasste Marcel Siem mit einer 74er und 75er Runde den Cut. Der zweite Starter aus Deutschland war Maxi Kieffer, der den Cut mit einer 69er und 73er Runde gerade so schaffte und am heutigen Samstag eine 75er Runde spielte. Es war der ideale Start in den Moving Day für Maximilian Kieffer. Mit zwei Birdies auf den ersten beiden Löchern machte er direkt einigen Boden gut und fand sich in den Top 30 wieder. Danach kam mit 146 Metern Länge, nach den reinen Zahlen, kein unbezwingbares Par 3. Aber mit einem Durchschnittsergebnis deutlich über Par (3,25) ist die Drei das viertschwerste Loch des Platzes. Einen nicht unerheblichen Anteil an diesem hohen Wert hatte Kieffer in Runde drei. Mit einer Sieben – Sie lesen richtig, einem Quadrupel-Bogey – verließ er das dritte Grün und verlor auf dem nächsten Loch direkt einen weiteren Schlag. Nach zwei unter nach Zwei war Kieffer auf drei über nach Vier zurückgefallen und konnte sich davon im weiteren Verlauf der Runde nicht mehr erholen. Er startet vom geteilten 66. Platz am Sonntag früh und liegt vor dem Schlußtag 15 Schläge hinter dem Leader Scott Hend aus Australien. Zwei Schläge hinter Hend liegt Peter Uihlein (USA), der heute eine 69er Runde spielte.

Der Belgier Thomas Pieters spielte gestern und heute eine 66er Runde und liegt insgesamt mit -11 auch nur 3 Schläge hinter dem Australier. Diesen Platz teilt sich der Belgier mit dem Schweden Pelle Edberg. Schauen wir mal was die Golfprofis am Sonntag Morgen so auf das Grün zauberten. Ich kann Euch nur sagen, zum Glück sind wir im Jahr 2016, denn Früher war alles anders – schaut selbst.

Bei der PGA Tour stehen die Valspar Championship mit Martin Kaymer auf dem Programm. Aber nach der guten 70er Runde legte Martin am Freitag eine 76er Runde nach und verpasste wie Marcel Siem in Asien den Cut. Auch wenn ihm nur ein Schlag fehlte, so ist das Jahr 2016 noch nicht so der Hit für die deutschen Golfer. Im Innisbrook Resort kam der Deutsche nie so richtig in den „richtigen Schwung“. Ganz vorne stehen mit -5 zwei US Boys. Will MacKenzie und Steve Stricker führen vor 3 Golfern mit einem Schlag Rückstand. Also in Florida, wo gerade die 3. Runde los ging, ist noch offen. Und hier noch die Highlights der zweiten Runde per bewegte Bilder.

Euer Stephan

Golf und sein Regelwerk – oder es war einmal!

Bereits in den ersten schriftlichen Golfregeln legten 1744 die sogenannten Gentlemen Golfers of Leith fest, dass alle Abschläge innerhalb einer Schlägerlänge vom Loch der gerade absolvierten Spielbahn entfernt ausgeführt werden mussten. Inzwischen haben aber alle Spielbahnen ihre eigenen Abschlagsflächen und die heutigen Grüns unserer Golfplätze werden der Entwicklung des Spiels sicher dankbar sein.
Gemäß des Regelwerks des The Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews aus dem Jahr 1812 gab es zu dieser Zeit beim Matchplay nicht nur die Möglichkeit, ein Loch auf Grund der geringeren Schlagzahl zu gewinnen, sondern auch noch eine ganz andere Variante: „Wenn der Ball eines Spielers den Gegner oder dessen Caddie berührt, so verliert der gegnerische Spieler das Loch“. Leider ist nicht überliefert, ob gegnerische Spieler und Caddies reihenweise auf naheliegende Bäume geflüchtet sind. Somit konnte Golf damals schon fast als Kontaktsportart bezeichnet werden.
Anlässlich der Tatsache, dass die Golfer damals ihre Caddies von oben herab behandelten, verwundert es nicht, dass sich The Society of Golfers in and about Edinburgh dafür entschied, eine Regel zu verabschieden, laut der kein Golfer seinem Caddie mehr als einen Penny pro Runde bezahlen und zudem niemals seine alten Bälle an ihn weitergeben durfte. Tat er dies doch, so wurde eine Geldstrafe an den Schatzmeister der Golfervereinigung fällig. Tja, da werden sich wohl gerade die Caddies von Jordan Spieth und Co. freuen gut 200 Jahre später geboren worden zu sein…

Was gibt es noch so im Golfsport?

Wegen der Unwägbarkeiten, mit denen die Golfer 1940 an der Ostküste der USA zu kämpfen hatten, installierte der Richmond Golf Club in Virginia eine Regel, die den Umgang mit Bombeneinschlägen regelt: „Ein Spieler, der bei seinem Schlag durch die Explosion einer Bombe beeinflusst wird, darf unter Zurechnung eines Strafschlags einen neuen Ball von der gleichen Position spielen.“

Britische Gründlichkeit macht auch im Krieg keine Ausnahmen: „Die Spieler werden gebeten, Bomben- oder Schrapnell-Splitter einzusammeln, damit diese nicht die Mähmaschinen beschädigen.“

Man was bin ich froh, dass ich jetzt Golf spiele 😉
Euer Stephan