Golfregeln_2012-2015_2

Probeschwung, was ist das?

Golfregeln-Der-Bunker-ball-ansprechen-korrekt-400x300Der Probeschwung ist ein Schwung beim Golf, bei dem nicht beabsichtigt wird, den Ball zu treffen. Er dient lediglich dazu, unter anderem seine Schwungebene und das Gefühl für den Schlag zu erhalten. Für viele Spieler gehört der Probeschwung ganz einfach zu ihrer Vorbereitungsroutine für den Schlag. Der Probeschwung kann straffrei ausgeführt werden, sofern er nicht den im Spiel befindlichen Ball trifft oder bewegt. Er sollte nicht mit dem Luftschlag verwechselt werden, der mit der Absicht geführt wurde, den Ball zu treffen, ihn verfehlt, aber trotzdem als Schlag gezählt werden muss.

Probeschwünge auf dem Abschlag sind gemäß Etikette (Regeln für sportliches Verhalten auf dem Golfplatz) verpönt. Es steht Golfclubs frei, im Rahmen einer Platzregel Probeschwünge gänzlich zu verbieten. Probeschwünge am Abschlag werden nicht gerne gesehen, weil die Gefahr besteht, dass aus Versehen Divots aus dem Boden geschlagen werden und so den Abschlag beschädigen.

Probeschwünge in oder auf Hindernissen sind erlaubt, allerdings darf der Schläger während des Probeschwungs die Oberfläche des Hindernisses nicht berühren, also auch nicht die Wasseroberfläche oder hohe Gräser in einem Wasserhindernis.

Der Ball wurde durch einen Probeschwung bewegt

golf-ball4Trotz aller Vorsicht kommt es vor, dass ein Spieler seinen im Spiel befindlichen Ball beim Probeschwung leicht berührt und der Ball eine neue Lage einnimmt. Der weniger in Regelkunde versierte Spieler wird den Probeschlag nachträglich ohne großes Aufsehen in einen regulären Schlag „umwidmen“, ihn normal zählen und den Ball so wie er liegt mit dem nächsten Schlag weiterspielen. Das ist aber regelwidrig, wenn der ausgeführte Probeschlag als solcher klar erkennbar war, denn ein Golfschlag zählt nur dann als regulärer Schlag, wenn mit der Vorwärtsbewegung des Schlägers die Absicht verbunden ist, den Ball zu schlagen. Wenn es sich bei dem Schlag um einen Probeschlag handelt, gilt die Regel 18-2a, die besagt, dass der in Ruhe befindliche Ball, der vom Spieler außer durch einen beabsichtigten regulären Schlag bewegt wurde, unter Zuziehung eines Strafschlages wieder an die ursprüngliche Stelle zurücklegt werden muss.

Es gibt allerdings eine Ausnahme, wenn der Ball aufgeteet wurde und er aus Versehen durch einen Probeschlag – der ja eigentlich am Abschlag nicht gemacht werden sollte – vom Tee gestoßen wird, kann er straffrei neu aufgeteet werden, weil sich der Ball (noch) nicht im Spiel befand und Regel 18-2a deshalb nicht greift.

Regel 18-2b (Quelle: Golf.de)

a) Allgemeines

Ist der Ball eines Spielers im Spiel und, ausgenommen es ist nach den Regeln erlaubt,

I) der Spieler, sein Partner oder einer ihrer Caddies
— nehmen den Ball auf oder bewegen ihn,
— berühren ihn absichtlich (außer mit einem Schläger beim Ansprechendes Balls), oder
— verursachen, dass der Ball sich bewegt, oder

II) die Ausrüstung des Spielers oder seines Partners verursacht, dass der Ball sich bewegt, so zieht sich der Spieler einen Strafschlag zu.

Der Ball muss, wenn er bewegt wurde, zurückgelegt werden, es sei denn, die Bewegung des Balls tritt ein, nachdem der Spieler seinen Schlag oder den Rückschwung des Schlägers zum Schlag begonnen hat, und er den Schlag dann macht. Keine Strafe zieht sich ein Spieler nach den Regeln zu, wenn er versehentlich verursacht, dass sein Ball sich bewegt, beim
— Suchen nach einem von Sand bedeckten Ball, Zurücklegen von losen hinderlichen Naturstoffen, die beim Suchen oder Identifizieren eines Balls im Hindernis bewegt wurden, Tasten nach einem Ball im Wasser eines Wasserhindernisses, oder Suchen nach einem Ball in einem Hemmnis oder ungewöhnlich beschaffenem BodenRegel 12-1;
— Ausbessern von Lochpfropfen oder Balleinschlagloch – Regel 16-1c;
— Nachmessen – Regel 18-6;
— Aufnehmen des Balls in Übereinstimmung mit einer Regel – Regel 20-1;
— Hinlegen oder Zurücklegen des Balls in Übereinstimmung mit einer Regel – Regel 20-3a;
— Fortbewegen von losem hinderlichen Naturstoff auf dem GrünRegel 23-1;
— Fortbewegen von beweglichen Hemmnissen – Regel 24-1.

Hatte der Spieler nach Regel 18-1 (Ball durch Nicht zum Spiel Gehöriges bewegt) Anspruch auf die Lage, in die ihn sein letzter Schlag gebracht hat, wird spätestens in der Regel 18-2 deutlich, dass er auch verpflichtet ist, den Ball aus dieser Lage zu spielen.

Der Spieler ist derjenige von allen Personen auf dem Golfplatz, der am nächsten (und am häufigsten) an seinem Ball ist. Er trägt also eine besondere Verantwortung dafür, dass der Ball vom richtigen Ort gespielt wird. Um dies zu untermauern, zieht er sich einen Strafschlag zu, falls er verursacht, dass sein Ball sich bewegt.
Der Ball muss zurückgelegt werden, anderenfalls kommt zu dem einen Strafschlag noch ein weiterer hinzu.

Hier sind die unterschiedlichen Konsequenzen zu beachten, ob der Spieler seinen Ball mit der Hand berührt ohne dessen Lage gekennzeichnet zu haben, oder ob er ihn mit dem Schläger berührt. Führt der erste Fall zu einem Strafschlag, ist so ist der zweite Fall straflos, es sei denn, der Ball würde dabei bewegt.

Natürlich ist es nicht im Sinne des Spiels, einen Ball zurückzulegen, der sich erst bewegt, wenn der Spieler den Schlag nach ihm beginnt. Dies befreit aber nicht von dem Strafschlag, der auch in diesem Fall anfällt, da man dem Spieler die Verantwortung für das Bewegen des Balls zuschreibt, nicht zuletzt, um Abgrenzungsprobleme zu vermeiden.

Die Ausnahmen regeln Fälle der Straflosigkeit, in denen dem Spieler versehentliches Bewegen nachgesehen wird, das bei der Anwendung einer Regel (unmittelbar mit dem Ball) erwartet wird.

Regel 18-2b (Quelle: Golf.de)

b) Ball bewegt sich nach Ansprechen
Bewegt sich der Ball im Spiel, nachdem der Spieler ihn angesprochen hat (ausgenommen infolge eines Schlags), so gilt der Ball als vom Spieler bewegt, und er zieht sich einen Strafschlag zu. Der Ball muss zurückgelegt werden, es sei denn, die Bewegung des Balls tritt ein, nachdem der Spieler seinen Schlag oder den Rückschwung des Schlägers zum Schlag begonnen hat und er den Schlag dann macht.

Ausnahme: Ist es bekannt oder so gut wie sicher, dass der Spieler die Bewegung seines Balls nicht verursacht hat, so findet Regel 18-2b keine Anwendung.

18-2b) hört sich fast so an wie 18-2a), allerdings erfasst sie die Situation „nach dem Ansprechen”.

Ist es offensichtlich (Regeltext: bekannt oder so gut wie sicher), dass etwas anderes als der Spieler seinen Ball bewegt hat, so zieht der Spieler sich keine Strafe zu. Dieser Sachverhalt tritt fast nur auf sehr schnellen Grüns bei sehr starkem Wind auf. Ein Spieler, der seinen Ball im Rough anspricht, wird nicht ernsthaft eine andere Ursache als sich selbst für die evtl. Bewegung seines Balls anführen können.

Euer Stephan

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Dany als Volunteer beim European Tour Event – Teil 4

Dany in AktionSamstag, 13.6.: Heute hab ich 2 Stunden Dienst am Abschlag und muss erst um 11 Uhr beginnen. Ich fahre trotzdem wieder um 8 Uhr von Wien weg, ist irgendwie spannender am Golfplatz als daheim. Außerdem habe ich gestern keine Essensbons für heute bekommen und muss mir zuerst bei unserem Lochverantwortlichen welche besorgen, bevor ich mir mein Frühstück im Volunteerszelt holen kann. Der Weg hin und her nimmt gut eine halbe Stunde in Anspruch und ich erreiche knapp vor 9:30 Uhr das Zelt. Frühstück gibt’s nur bis 9:30 Uhr. Glück gehabt.

Am Abschlag bekomm ich meinen ersten und einzigen Rüffel. Einer der Spieler macht nicht wie alle anderen Probeschwünge im hinteren Bereich der TeeBox, sondern nimmt gleich nach dem aufteen sein Setup ein. Dadurch reiße ich ein paar Millisekunden zu spät die Schilder hoch. Der Spieler richtet sich auf und geht wieder hinter seinen Ball. Sein Flightpartner zischt mich an „just stand still! don’t move!“ Ich schlucke und bringe gerade noch ein „sorry“ raus. Die Spieler sind sichtlich angespannter am Moving Day als am ersten Tag.

Die meisten Spieler schlagen auf der 8 mit dem Driver oder mit dem 3er Holz ab. Ich staune nicht schlecht, als der Finne Antti Ahokas (ein Leftie) und der Schwede Johan Carlsson mit dem (3er?) Eisen abschlagen. Die beiden kommen damit ähnlich weit wie diejenigen, die mit dem Driver abgeschlagen haben, aber der Ball fliegt schnurgerade. Ich bin schwer beeindruckt.

Heute ist der heißeste Tag und am Horizont bauen sich ein paar Wolken auf. Die Hitze drückt, im Volunteerszelt ist es zu Mittag nicht auszuhalten, die wenigen Schattenbänke vorm Zelt sind bereits besetzt. Ich schlinge mein Mittagessen in der prallen Sonne runter und suche bald den Schatten der großen Bäume in der Nähe des Clubhauses auf.

Um 15 Uhr hätte ich wieder Dienst am Fairway, aber der letzte Flight ist bereits um etwa 14:30 Uhr bei unserem Loch durch. Zum Glück, denn es sieht jetzt immer mehr nach Gewitter aus. Da ich für heute schon frei hab, beschließe ich, mit dem letzten Flight – Gregory Bourdy und Chris Wood – die restliche Runde mitzugehen. Als wir mitten am Loch 9 sind, beginnt es zu donnern. Der Herr Rules drückt auf die Hupe seines Carts als Signal, dass das Spiel unterbrochen wird. Die Spieler markieren ihre Balllage und alle ziehen in Richtung Clubhaus. Dort hänge ich herum und komm mir ein wenig verloren vor. Ich sehe niemanden von meinem Team, die sind wohl alle bereits am Heimweg. Das Gewitter hält sich in Grenzen, es beginnt ein wenig zu regnen, der Regen verdampft auf der Haut, auf dem heißen Asphalt, und bringt kein bisschen Abkühlung. Es wird nur noch schwüler. Eine Stunde später wird das Spiel fortgesetzt und ich gehe weiter mit dem Flight Bourdy/Wood. Als wir am Grün von Loch 12 sind, gegen 17 Uhr, hört man aus der Ferne ziemlich laute Blasmusik. Skurril. Golf und Blasmusik. Das passt wie die Faust aufs Auge. Auch die beiden Spieler lächeln, als sie das hören, lassen sich dadurch aber nicht von ihren Putts ablenken.

Tee 18

Als Volunteer darf ich mich relativ frei am Platz bewegen, solange ich das Spiel nicht störe und muss nicht den Zuschauern hinterher trotten, sondern kann querfeldein Abkürzungen nehmen. Ich gehe bis zum Abschlag von Loch 16 mit, biege dann ab in Richtung Grün 17, schaue Mikko Korhonen und Rafa Cabrera-Bello beim putten zu und gehe dann direkt zu den Tribünen beim 18. Grün, wo ich den letzten 3 Flights noch beim putten zuschauen kann. Die 18 ist ein Par 3, der Abschlag geht über Wasser direkt aufs Grün. Die von den Abschlägen zum Grün marschierenden Spieler werden, sobald sie auf Höhe der Tribünen sind, von den Zuschauern eingeklatscht.

Unmittelbar nach dem letzten Flight gibt es eine „Volunteers Party“, welche im Zelt stattfinden soll. Es gibt gegrillte Würstel und Kotelett mit Salaten und Saucen und Gratisgetränke. Ich hole mir einen Teller mit Pommes und ein kaltes Coke Zero, setze mich an einen Tisch, an dem einige meines Teams bereits Platz genommen haben und warte auf die Würstel. Draußen bläst ein angenehm kühler Wind und wir sind froh über ein bisschen Luftbewegung im stickigen Zelt. Ehe meine Würstel fertig sind, müssen wir plötzlich das Zelt evakuieren und ins Clubhaus flüchten. Ein Sturm naht heran. Wie sollen wir da alle Platz haben? Doch die Organisation ist gut und wir finden alle einen Sitzplatz im Clubhaus, die Koteletts sind auch schon da und es gibt sogar mehr Auswahl bei den Getränken. Dann werden Lose ausgeteilt, jeder bekommt eines. Ich bekomme ein orangefarbenes Los mit der Nummer 22. Es gibt eine Tombola. Die Preise sind echt nett und es gibt kaum einen, über den ich mich nicht freuen würde. Mein Los wird sogar gezogen und ich bekomme ein weißes Callaway Kapperl und Lancaster Sonnencreme. Kann man brauchen. Es gibt u.a. T-Shirts zu gewinnen, Golfbälle und eine Fahne mit den Unterschriften einiger Spieler von heute. Der Hauptgewinn ist ein Hybrid von Cobra.

Zum Glück darf mein Hund heute bei meiner besten Freundin übernachten, denn ich komme erst gegen 22 Uhr heim und falle ziemlich müde ins Bett.


Danke Dany für den 4. Teil – Dany als Volunteer beim European Tour Event (hier geht es zum Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 5). Es geht schon bald weiter ….

Euer Stephan

BMW International Open 2015 Tag 1 06

BMW International Open – Tag 1

BMW International Open 2015 Wallgang Banner2Bei den BMW International Open im Golfclub München Eichenried zwigte sich heute pünktlich die Sonne, gepaart mit ein paar Wolken. Die Deutschen waren gut im Feld verteilt, so dass die Zuschauer immer mal wieder einen Flight verfolgen konnten in dem die “Heimspieler” auf Birdie Jagd gingen. Martin Kaymer, der dieses Turnier bereits einmal gewonnen hatte, kam nach 18 Löcher mit einer Par Runde zurück und liegt damit auf den geteilten 84. PlatzBMW International Open 2015 Tag 1 Score Martin KaymerBMW International Open 2015 Tag 1 05Genauso  wie Martin, kam auch Maximilian Kieffer, das heutige Geburtstagskind (25 Jahre), mit einer Par Runde zurück ins Clubhaus, der wohl eine Menge Spaß hatte. Auch wenn der eine oder andere Drive nicht dort landete, wo er hin sollte. Er war heute unter anderem Mit dem Dänen Thomas Björn auf der Runde unterwegs. Und wie es sich gehört gibt es in München wieder viele Volunteers, die den “Fluß” beim Spiel mit unterstützen. BMW International Open 2015 Tag 1 Score Maximilian KiefferBMW International Open 2015 Tag 1 06Moritz Lampert leistete sich leider auf den Front Nine zu viele Bogey (4) und kam damit mit +1 zurück von der ersten 18 Loch Runde. Er befindet sich damit auf den geteilten 99. Platz und muss am Freitag ordentlich nachlegen um ins Wochenende zu kommen. Ich bin mal gespannt ob er am 2. Tag die Nerven behält und sich nach vorn spielt. Auf jeden Fall drücke ich ihm genauso die Daumen, wie allen anderen deutschen Golfern in München. BMW International Open 2015 Tag 1 Score Moritz LampertDominic Foos kam mit einer 74er Runde (+2) zurück und Stephan Jaeger spielte eine 75er Runde (+3). BMW International Open 2015 Tag 1 Score Dominic FoosBMW International Open 2015 Tag 1 Score Stephan JaegerBMW International Open 2015 Tag 1 01Aber es gab auch ein paar Deutsche, die auf den sehr schnellen Grüns (12 auf dem Stimpmeter) unter Par blieben. Der erste war Marcel Siem, der auf den Front Nine sehr gut auftrumpfte 5 Birdies und nur einen Bogey spielte. Schade das es auf den Back Nine nicht so gut lief, denn dort spielte er ein Bogey und ein Double Boge und kam damit mit einer 71er Runde und Platz 55 zurück von der Runde. Eine Ausgangslage, die für den Freitag hoffen lässt, wenn Marcel um 13:30 Uhr von Tee 1 startet. Bernd Ritthammer kam mit dem selben Ergebnis über die Runde. BMW International Open 2015 Tag 1 Score Marcel SiemAnton Kirstein war sogar noch einen Schlag besser und spielte am Donnerstag eine 70er Runde. Marcel Schneider war an diesem Tag der “zweitbeste” Deutsche und spielte 4 unter Par und liegt damit sehr gut auf den geteilten 10. Platz. Und es war tatsächlich für Ihn mehr drin. Marcel startet am Freitag bereits um 7:50 Uhr und kann damit schon mal vorlegen. Florian Fritsch, der auch mit einer 68er zurück ins Clubhaus kam kann sich etwas für den Freitag ausrechnen. Er startet am Freitag um 13:00 Uhr. Hoffentlich hält morgen auch das Wetter. BMW International Open 2015 Tag 1 Score Marcel SchneiderBMW International Open 2015 Tag 1 Score Florian FritschWas sich sonst so am ersten Tag tat, das könnt Ihr auf dem Leaderboard nachlesen. Und wer mal einen Eindruck bekommen will, wie es einem Volunteer auf der Tour ergeht, dem lege ich diesen Artikel ans Herz. Und dann möchte ich alle in Berlin und Umland noch mal mobilisieren – denn am 18.7. findet mein 2. Golf meets Charity Turnier statt und ich und das Hospiz in Oranienburg würde sich über Ihre Teilnahme freuen. Das Turnier findet in Golf in Wall statt und Ihr könnt Euch direkt im Club anmelden.

Euer Stephan
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Dany als Volunteer beim European Tour Event – Teil 3

Am nächsten Morgen steh ich wieder um 5:30 Uhr auf, gehe mit meinem Hund spazieren und bin um 8 Uhr wieder im Auto unterwegs nach Atzenbrugg. Mein erster Dienst ist wieder um 10 Uhr am Fairway und nachdem ich den Weg zum Loch 8 jetzt schon kenne, hab ich genug Zeit um vorher noch auf die Range zu schauen. Ich habe Glück und ein paar der Spieler schlagen sich gerade ein. Unspektakulär. Range halt. Außer, dass es schöner aussieht, läuft das genauso ab wie bei unsereins. Ein Ball nach dem anderen wird geschlagen, eventuell liegt ein Schläger oder ein alignment stick zur Ausrichtungshilfe am Boden. Ich gehe weiter, diesmal entlang von Loch 10, in Richtung Abschlag von Loch 8, mein Frühstücksweckerl essend, das ich mir im Volunteerszelt geholt hab. Der Abschlag von der 10 geht über gut 150 m Wasser. Ich würde hier keinen einzigen Ball trocken rüber bringen.

Rules im SchattenHeute habe ich meinen Klappsessel mit. Die Position am Fairway ist nicht nur spannend und lehrreich, es gibt dort auch genug Schatten. Es ist heute noch heißer als gestern. Am Fairway tut sich nicht viel anderes als am Vortag und nach einer Stunde hab ich auch schon wieder Pause bis 13 Uhr. Heute gibt es unter anderem Schweinsbraten mit Sauerkraut. Bei dieser Hitze das ideale Essen ;)

Am Weg zurück zu meinem Dienst bleibe ich beim BMW-Stand stehen und melde mich fürs Gewinnspiel an. Man darf hier auf einer Matte ca. 8m putten mit 3 Bällen und wenn man einlocht, gibt’s einen Sofortgewinn, wie z.B. ein Handtuch. Die Matte ist schneller als ich gedacht hab und mein Putt geht viel zu weit. Außerdem hat die Matte ein bisschen ein Break und ziemliche Querfalten, über die der Ball hoppelt. Die nächsten 2 Putts gehen beide nur 1-2 cm am Loch vorbei. Schade. Kein Handtuch, aber ich bekomme trotzdem Applaus von den umstehenden Mitstreitern.

Ich bleibe nochmal beim Segway stehen und versuche wieder mein Glück. Diesmal hab ich ein Hütchen umgefahren, wofür ich Strafsekunden bekomme und obendrein schaffe ich es nur 1 Ball einzuchippen und komm wieder nicht auf die Bestenliste. Egal, es macht einfach irre Spaß. Schade, dass der Stand nur mehr heute da ist und Samstag und Sonntag nicht.

Von 13 bis 15 Uhr hab ich Dienst am Crossing. Das ist unmittelbar nach dem Abschlag, wo der Cartweg eine Kurve macht und relativ nahe an die Flugbahn der Abschläge kommt. Daher dürfen die Zuschauer da nicht weitergehen, wenn gerade ein Spieler abschlägt. Da Bernd Wiesberger am Donnerstag auf einem der letzten Plätze gelandet ist und höchstwahrscheinlich den Cut nicht schaffen wird, sind heute noch weniger Zuschauer da als gestern. Mit ihm gehen aber immerhin noch so viele Leute mit, dass wir das Crossing sperren müssen, solange der Flight noch am Abschlag ist. Erst wenn die Spieler schon Richtung Fairway unterwegs sind, dürfen wir die Zuschauer wieder durchlassen. Von meiner Position am Crossing kann ich auch den Abschlag mitverfolgen, die Bälle zischen über meinen Kopf hinweg. Wahnsinn, diese Ballgeschwindigkeit. Ob meine Bälle auch irgendwann mal so pfeifen in der Luft?

Der letzte Flight, der in meinem Dienst am Crossing abschlägt, ist Woltman/Coupland/Levet. Mein Ex-Pro, der bei Levet Caddie ist, erkennt mich und nickt mir zu. Nachdem die drei abgeschlagen haben, gehe ich gleich mit ihnen mit. Levet’s Abschlag ist weit links abgedriftet, sogar noch weiter links als das Wasser, aufs Fairway von Loch 3. Ich kann nicht verstehen, was sie reden, aber es sieht von weitem so aus, als würde sein Caddie, mein Ex-Pro, ihm eine ad-hoc Prostunde geben. Als der Flight von Tee 9 abschlägt, geht Daniel Woltman’s Ball weit nach rechts ins Gebüsch. Unglaublich, aber er findet dort seinen Ball (der Herr Rules ging mit ihm mit), kann aber nicht mehr tun, als ihn mit viel Glück Richtung Fairway rauszuchippen. Der Ball landet im Fairwaybunker. Sein dritter Schlag geht nicht ganz bis aufs Grün, bleibt im Rough links davor liegen. Neben mir höre ich einen der Zuschauer sagen, dass es bei Woltman um den Cut geht. Mehr als ein Bogey und er ist draußen. Am letzten Loch noch die Entscheidung Cut ja oder nein. Spannend. Ich drücke die Daumen, obwohl ich den Spieler nicht kenne. Ich weiß zu diesem Zeitpunkt nicht mal aus welchem Land er kommt. Er chippt mit dem vierten Schlag aufs Grün, ca. 2m hinter die Fahne. Der Bogeyputt fällt. Erleichterung. Bei Woltman, bei den Zuschauern, ja sogar bei Herrn Rules, der ihm ein „see you tomorrow, Daniel“ zuruft. Als ich am Abend heimfahre, hat es um 20:30 Uhr immer noch 32°C Außentemperatur. Meine lange weiße Hose ist durchgeschwitzt.

Danke Dany für den 3. Teil – Dany als Volunteer beim European Tour Event (hier geht es zum Teil 1, Teil 2, Teil 4 und Teil 5). Es geht schon bald weiter ….

Euer Stephan

BMW International Open 2015 Wallgang Banner

BMW International Open – Videos

BMW International Open 2015 Wallgang Banner2Bevor es morgen bei den BMW International Open ernst wird gibt es hier noch ein paar Videos zum Turnier und dem “Drum Herum” aus den letzten Jahren.

Lassen wir uns einfach überraschen, wie die Jungs sich schlagen werden und als erster Deutscher geht Bernd Ritthammer um 7:30 Uhr an den Start.

Euer Stephan